Ausblick

Die ca. 15.000 ha Oberes Rhinluch sind gegenwärtig nahezu flächendeckend entwässert. Nach aktuellen Untersuchungen (KRETSCHMER 2000) sind maximal 30 % des Niedermoorgebietes mit der derzeitig verfügbaren Wassermenge langfristig zu regenerieren. Bis heute werden diese Möglichkeiten jedoch lediglich auf etwa 750 ha ausgeschöpft. Genau in diesen Flächen befinden sich die gegenwärtig bedeutendsten Rast- und Brutplätze der Kraniche, Gänse und einiger weiterer interessanter Vogelarten. Vor dem Hintergrund anhaltender klimatischer Veränderungen gewinnt die Wiedervernässung von Niederungsgebieten immer mehr an Brisanz. Wissenschaftliche (KRETSCHMER 2000) als auch planerische Studien (HASCH et al. 2005) zeigen entsprechende Wege auch für das Obere Rhinluch auf. Somit ist die Hoffnung berechtigt, dass die Bedeutung des Gebietes für den Vogelzug weiterhin zunehmen wird. Das Naturschauspiel des Vogelzugs im Oberen Rhinluch möglichst vielen Menschen zu erschließen, ohne einen negativen Effekt auf das Zuggeschehen auszuüben, ist eine Herausforderung für den Naturschutz. Das vorangehend dargestellte Management und die Ideen zum Ausbau der bestehenden Infrastruktur für Vogelbeobachter sind als eine erste Arbeitsskizze zu betrachten. Die kommenden Jahre werden zeigen, welche der Ansätze funktionieren und welche weiterentwickelt bzw. durch neue Strategien ersetzt werden müssen.